Delegiertenversammlung der

Deutschschweizer Weinbranche

Am 6. November tagten auf der Panta Rhei die Delegierten vom Branchenverband Deutschschweizer Wein (BDW). Im Zentrum standen die Weinernte 2019 und weitere Informationen.

«Am Frühjahrsfrost vorbeigeschrammt, wechselhaftes Wetter um die Blütezeit, Hitzetage im Sommer und Aprilwetter im Herbst. Das Rebjahr 2019 war wahrhaftig anspruchsvoll für die Rebleute», hielt BDW-Geschäftsführer Robin Haug in seinem Zwischenbericht fest, dem letzten in dieser Funktion, da er seinen Posten Ende Jahr abgeben wird. Er sprach mit Blick auf den grossen Befallsdruck von Pilzkrankheiten, insbesondere vom Echten Mehltau, von einem anspruchsvollen Rebjahr. Wie die Zahlen belegen (siehe Artikel Weinlese 2019) fielen die Mengen durchschnittlich geringer aus, dafür stimmt die Qualität.

 

Die «Baustellen» des BDW

Erfreut zeigte sich Haug, dass es dank einem geschlossenen Auftritt der Deutschschweizer Verbände und Kantone gelungen sei, die AOP/IGP-Regelung aus dem Entwurf der AP2022+ zu streichen. Dies obwohl das BLW bis zuletzt nicht einlenken wollte. Haug sprach aber davon, dass damit eine Schlacht, aber mit Blick auf eine weitere Annäherung an die EU nicht der Krieg gewonnen wurde.

Bezüglich der «Offenen Weinkeller» am 1. Mai, bei dem wiederum 214 Betriebe aus der Deutschschweiz mitmachten, kommt es zu Änderungen. Der BDW-Vorstand hatte entschieden, die Organisation und die Umsetzung neu auszuschreiben, was im vergangenen Sommer erfolgt war. Aus drei Bewerbungen machte das Culinarium, welches unter anderem auch Ostschweizer AOP-Produkte bewirbt, das Rennen. Die grafische Umsetzung des Konzeptes und die Werbung wurde an die Organisation «Openroom» vergeben.  «Erste Sujets wurden bereits ausgewählt und sind vielversprechend. Zugleich sollen die sozialen Medien verstärkt in die Werbeaktivitäten eingespannt werden», so Haug.

 

 

BDW-Geschäftsführer Robin Haug anlässlich seiner Rede an der Herbstversammlung.

 


Wechsel bei «Swiss Wine Promotion»

Auch bei der nationalen Weinvermarktungsorganisation „Swiss Wine Promotion“ (SWP) sind personelle Veränderungen vorgenommen worden. Nachfolger von Jean-Marc Amez-Droz wurde der frühere Direktor von «Waadtländer Wein» Nicola Joss. Bezüglich der Verkaufsförderung mit Blick auf die nicht nur schweizweit, sondern in ganz Europa verzeichnete Grossernte 2018 wird nun eine zusätzliche Absatzförderungskampagne gestartet. In einem ersten Schritt wird mit zusätzlichen finanziellen Mitteln die Verkaufsförderung mit den Grossverteilern durchgeführt. In einem zweiten folgt ein Konzept für den Einbezug der Schweizer Gastronomie. Gemäss BDW-Präsident Kaspar Wetli soll dies mit einem einheitlichen Logo für Schweizer Wein auf allen Flaschen erfolgen.

 

Wädenswil: Standort stärken

Bezüglich des Agroscopestandorts Wädenswil seien einige positive Signale verzeichnet worden. «Es ist uns gelungen, dafür zu sorgen, dass der Satellitenstandort gestärkt wird und im Beirat von Agroscope auch Vertreter aus der Praxis sitzen», hielt Wetli weiter fest. Auch das Weinbauzentrum Wädenswil (WBZW) sei auf Kurs. Nach einigen turbulenten Monaten (aufgrund der Trennung von Geschäftsführer Peter Märki und der vorübergehenden Leitung durch Samuel Schawalder, die SZOW berichtete) zeichnet sich ab, dass der neue Leiter gefunden werden konnte. Sein Stellenantritt soll noch im November erfolgen. Daneben konnte das Kurswesen mit dem Schweizer Weinhändlerverband abgeglichen werden, ebenso seien die Sortenversuche auf Kurs. Zuversichtlich zeigte sich Wetli auch bezüglich der Finanzen. Mit Blick auf die anstehenden Abstimmungen erhalten auch die Pflanzenschutzmitteilungen einen hohen Stellenwert.

Roland Müller