Leserbriefe

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Zum «Profitalk mit Hélène Noirjean» (16/2021)
 

«Es sollte nur eine Stimme geben innerhalb eines Verbands, heute gibt es wohl x Stimmen und das kostet dermassen viel, sodass wichtige Errungenschaften, die nötig wären, kaum realisiert werden oder wenn, dann nur in Mini-Döschen ohne Gewicht. (…) Heute agiert fast jede Weinregion für sich, scheinbar hat es mehr als genug Geld dafür. Vor allem die Grossen zieren die Werbeplakate.»

– Alfred Müller

 

 

Zum Artikel «Vom Prinzip Hoffnung zum Prinzip Import?» (16/2021)


«Die Aussage, dass insbesondere Biobetriebe im Sommer 2021 grosse Ertragsausfälle erlitten, passt ins Bild: Nämlich, wenn neue synthetische Pflanzenschutzmittel noch schneller zugelassen würden, garniert mit etwas Gentechnologie, dann wäre die Welt wieder in Ordnung. Moon Privilege lässt grüssen! Dabei wäre etwas mehr Demut seitens der Pflanzenschutzvertreterinnen angesagt, denn dieses Jahr waren sowohl konventionelle Weinbaubetriebe als auch Bio-Produzenten mit grossen Ernteausfällen konfrontiert. Ob neue Spritzmittel in Anbetracht der Wetterverhältnisse geholfen hätten, ist ziemlich fragwürdig. In einer Zeit, in der immer mehr polarisiert und mit diffusen Ängsten operiert wird, wäre es angebracht, stattdessen für ein Miteinander zu plädieren.»       

– Matthias Diemer

 

 

«Bei einer differenzierten Beobachtung zeigt sich, dass es bei Kultursorten durchaus solche gibt, die eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen verschiedene Erreger haben und die ohne oder mit einem minimalen Pflanzenschutzmittel-Einsatz auskommen, auf jeden Fall ohne systemische. Als Vertreterinnen zweier Firmen, die Pflanzenschutzmittel herstellen, müssen Sie ja deren Notwendigkeit betonen. Es gehört zu Ihrer Marketing-Strategie. Andere Beobachtungen können ja nicht wahr sein. Ich wünsche Ihnen mehr Sachlichkeit, das saubere Trennen von Beobachtungen und Behauptungen, die Sie als Tatsachen hinstellen.»

– Josef Zoller 

 

 

«Genau das Jahr 2021 hat gezeigt, dass die konventionellen Betriebe, die mit chemisch-synthetischen Mitteln 8- bis 10-mal die beiden Mehltau-Pilze bekämpften, die gleichen, teilweise noch stärkeren Schäden hinnehmen mussten als ihre Bio-WeinbaukollegInnen. Die Erfahrung aus 2021 ist: Wo Kupfer richtig und zeitlich gezielt eingesetzt wurde, waren die geringsten Schäden zu verzeichnen! In unserem Öko-Betrieb wurden die beiden Mehltaupilze viermal – soweit es die Witterung zugelassen hatte – gezielt bekämpft. Mit 20 % Ertragsausfall im Durchschnitt haben wir nicht mehr Schäden als unsere konventionellen KollegInnen hinnehmen müssen.»

– Willi Stritzinger

Anmerkung der Redaktion

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