Leserfrage:

Anspritzbegrünung im Rebberg

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Die aktuelle Frage dreht sich um Anspritzbegrünung im Rebberg.

Mit viel Interesse lese ich regelmässig Ihre Zeitschrift. Letzthin habe ich beobachtet, wie ein grosser Tankwagen mit Traktor und einem dicken Schlauch etwas Dickflüssiges auf einen kahlen Rebberg (Terrassen und ziemlich steil) gespritzt hat. Können Sie mir vielleicht sagen, was die Männer gemacht haben?

 

Danke für Ihre Frage resp. Ihre Beobachtung. Es handelt sich mit grösster Wahrscheinlichkeit um Anspritzbegrünung im Rebberg.

Die Anspritzbegrünung oder Hydrosaat ist für schwer erreichbare Flächen und bei schwierigen Standortverhältnissen wie Rebbergsböschungen sehr geeignet (Abb.). Das Verfahren ist als Begrünung und Erosionsschutz zuverlässig und dauerhaft. Es wird auch bei Autobahnböschungen usw. angewendet. So wird eine standortspezifische Mischung aus Saatgut, zum Beispiel eine alpine Kräutermischung, für trockene Lagen und Bodenfestiger zusammengestellt und mit einem Schlauch auf die zu begrünenden Flächen gespritzt. Dank des organischen Haftklebers (Bodenfestiger) wird das Saatgut an den Böschungen fixiert. Der brache Boden wird dadurch sofort vor Erosion geschützt und eine gleichmässige Begrünung kann entstehen. Durch das Anspritzverfahren können rasch sehr grosse Flächen eingesät werden. Allerdings ist dieses Verfahren nicht günstig. Dafür ist bei guten Bedingungen eine rasche und gleichmässige Begrünung gewährleistet. Wir haben vor einigen Jahren mit gutem Erfolg eine Neuterrassierung in der Sternenhalde auf diese Weise begrünt.

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Thierry Wins
Agroscope