Rebbergterrassierung in Eglisau

In Eglisau wird der westliche Teil des Rebbergs «Vorderer Stadtberg» direkt über dem Städtli terrassiert.

Der westliche Rebbergteil des «Vorderen Stadtbergs» in Eglisau mit einer Gesamtfläche von rund 3.5 ha wird einer umfassenden Gesamtmelioration unterzogen, die in zwei Etappen umgesetzt wird. Seit vergangenem Dezember sind die Bauarbeiten im Gang. Letztmals wurde zwischen 1954 und 1958 im Städtchen am Rhein eine Gesamtmelioration durchgeführt. Die zerstückelten Rebparzellen wurden zusammengelegt und die für die Bewirtschaftung notwendige Erschliessung mit dem Bau der Rebbergstrassen ausgeführt.  

Bis vergangenen Herbst wurde der «Vordere Stadtberg» mit 17 Grundstücken, 13 Parzellen mit Querterrassen sowie einer vertikal angelegten Parzelle bewirtschaftet. Damit ist nun Schluss. Die Rebbewirtschafter strebten bereits vor fast vier Jahren eine Weiterentwicklung der rund 25-jährigen Terrassenanlagen an. Nach der Ausarbeitung eines Vorprojekts  beschlossen die Grundeigentümer am 6. Juni 2018 die Durchführung der Rebbergmelioration.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund Fr. 800 000. Davon übernehmen Bund,  Kanton und die Gemeinde den Hauptanteil, 10 % tragen die Grundeigentümer. Um eine bessere Bewirtschaftung zu erreichen und damit den Rebberg auch wirtschaftlich zu erhalten, steht das Anlegen neuer durchgehender Terrassenanlagen über die Grundstücksgrenzen im Fokus. Der Rebberg ist steil und lässt sich im Direktzug maschinell kaum bewirtschaften. Die öffentlichen Treppen werden weiterhin die Verbindung zwischen dem Städtli und dem Ortsteil Wiler gewährleisten. Die Melioration wird in zwei Etappen durchgeführt, damit ein grösserer Totalertragsausfall verhindert werden kann. Die zweite Etappe soll im Winter 2023/24 durchgeführt werden.


Drei Gewanne entstehen

Im vergangenen Herbst sind die Rebanlagen im westlichen Teil von rund zwei Dritteln der Gesamtfläche gerodet worden. Die beiden neuen Treppen trennen den Rebberg in drei Gewanne mit 81, 139 und 114 Aren auf, die ungeachtet der neu festgelegten Grundstücksgrenzen durchgehend bis zu einer Länge von 200 m terrassiert und beidseitig mit Wendeplatten ausgestattet werden. Dies lässt eine rationelle Maschinenarbeit zu. Zugleich wird in jede der neu angelegten Gewanne diagonal ein begrünter Erschliessungsweg integriert.

Bereits Ende April werden auf den neuen Terrassen die Reben gepflanzt. Die Bewirtschaftung in den ersten beiden Gewanden erfolgt einerseits auf einer Fläche von 180 Aren durch das Weingut Bechtel, während zwei weitere Rebbauern die restlichen 60 Aren bewirtschaften. Bei der Sortenwahl strebt Mathias Bechtel einen ausgeglichenen Sortenspiegel an. Er und einer der beiden Rebbauern pflanzen Sauvignon blanc, Chardonnay, Räuschling, Rhein-Riesling und Merlot. Der dritte Winzer wird Blauburgunder setzen.


Ökologische Aufwertung

Ein grosser Stellenwert wird der ökologischen Aufwertung zugemessen. So werden Magerwiese und Blühstreifen angelegt. Dafür spendet jeder Eigentümer eine Rebreihe in seiner jeweiligen Parzelle. Zugleich wird entlang der beiden Gemeindetreppen ein extensiv bewirtschafteter Streifen gelegt. Dies beansprucht gesamthaft 10.5 % der gesamten Melioration.

Roland Müller