Zwetschgen leiden unter den Wetterkapriolen

Das beliebte Steinobstgewächs kämpft gegen die Folgen von Regen, Kälte und Hagel. Wie gross die diesjährige Sommerernte ausfällt ist noch immer eine Einschätzung und ändert sich von Region zu Region.

Zurzeit steht die Ernte der frühen Zwetschgensorten wie Cacaks Schöne, Dabrovice, Felsina und der Cacaks Fruchtbare sowie die Fellenberg an. Der Schweizer Obstverband (SOV) veröffentlicht nicht sehr zuversichtliche Ernteprognosen-Zahlen und geht von einer Gesamternte über 1990 Tonnen aus. Insofern wird dieses Jahr, im Vergleich zur letztjährigen Ernte über 4360 Tonnen, nicht mal die Hälfte der Vorjahresernte einbringen. Wieso das so ist, ist unschwer zu erraten. Schon im April zerstörte der Frost – exakt während und nach der Blütezeit – die Knospen. Im Juni sorgten intensive Regenfälle und starker Hagel regional für grosse Ernteausfälle. Die derzeitigen klimatischen Bedingungen erfordern grosse Anstrengungen seitens Produzenten, um eine gute Qualität gewährleisten zu können. Dabei werden rund 1000 Tonnen Brennzwetschgen erwartet.

Anders als bei Äpfeln oder Birnen kommen bei Zwetschgenkulturen nur selten Hagelschutznetze zum Einsatz. Der Grund ist, dass die Früchte in der Regel durch ihren Laub gut geschützt sind. Bei Starkhagel wie in diesem Jahr reicht dies allerdings nicht. Stellt sich die Frage, ob künftig auch Zwetschgenbäume mit Hagelnetzen versehen werden sollten. 


Regional verschieden

Auffallend ist, dass die Ostschweiz sowie das Wallis glimpflicher davongekommen sind als die restliche Schweiz. In den Regionen Basel-Land, Solothurn und Aargau ist von massiven Schäden die Rede. Und immerhin sind die Ernteausfälle etwas weniger stark als im Frostjahr 2017: Im Jahr 2021 erwartet man schweizweit immerhin noch 100 Tonnen mehr als 2017. Doch regional werden die Ernten diesen Sommer teilweise kleiner ausfallen als im Frostjahr und die Haltbarkeit der Früchte ist je nach Partie relativ begrenzt.

Was das kostentechnisch für die Konsumentinnen und Konsumenten heisst, wird sich zeigen. Beim Schweizer Obstverband ist man zuversichtlich, denn die fehlenden Mengen werden mit Importen gedeckt. Dabei hat die Übernahme der einheimischen Früchte Priorität. 

Andrea Caretta
SZOW